Cybersecurity verstehen.
Ohne Fachchinesisch.

Jeden Tag werden auch ganz normale Menschen angegriffen: automatisch, massenhaft, ohne dass es jemand merkt. Hier siehst du live und interaktiv, wie das aussieht. Und was du dagegen tun kannst.

Angriff live ansehen ▸ Ich wurde gehackt, Hilfe!

Interaktive Sandbox 100% harmlos, alles simuliert

Hier passiert nichts Echtes. Aber genau so sieht es aus, wenn deine Webseite, dein E-Mail-Postfach oder dein Konto angegriffen wird. Klick dich durch.

Ein Bot scannt deine Webseite, in Echtzeit

Bots durchsuchen das gesamte Internet automatisch nach bekannten Schwachstellen. Deine Seite ist keine Ausnahme: Sie wird gescannt, ob du willst oder nicht. Drück auf Start.

server-log · deine-webseite.de
[Bereit. Drücke „Scan starten" um zu sehen, was Bots wirklich tun.]
Was passiert hier? Gleich siehst du echte Anfrage-Muster, mit denen Bots jede Webseite der Welt abklopfen.
🛡 So schützt du dich: Halte Software aktuell (Updates!), benutze keine Standard-Admin-Adressen, lege niemals Passwort-Dateien wie .env öffentlich ab, und nutze eine Firewall oder einen Dienst wie Cloudflare, der solche Anfragen automatisch blockt. Das Wichtigste: Updates, Updates, Updates.

Finde die 6 Warnsignale in dieser E-Mail

Diese Mail sieht echt aus, ist sie aber nicht. Klicke auf alles, was dir verdächtig vorkommt.

Gefunden: 0 / 6
Von: Sparkasse Kundenservice <service@sparkasse-sicherheit-24.com>
An: dich@example.de
Betreff: ⚠️ DRINGEND: Ihr Konto wird in 24 Stunden GESPERRT!!

Sehr geehrter Kunde,

wir haben ungewöhnliche Aktivitäten auf Ihrem Konto festgestellt. Um eine Sperrung zu vermeiden, müssen Sie Ihre Identität sofort bestetigen. Andernfalls werden Ihre Konto unwiderruflich gesperrt.

Jetzt Konto bestätigen

Bitte halten Sie Ihre PIN und TAN-Liste bereit.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Sparkasse Sicherheitsteam

🎉 Alle 6 gefunden! Du bist jetzt deutlich schwerer reinzulegen. Merksatz: Im Zweifel nie über den Mail-Link gehen, sondern die Bank-Adresse selbst in den Browser tippen oder anrufen.

Dein Passwort ist geleakt: die ersten 10 Minuten

Stell dir vor: Du erfährst gerade, dass deine Zugangsdaten in einem Datenleck stehen. Keine Panik, aber jetzt zählt jede Minute. Arbeite die Schritte ab (klicken zum Abhaken).

10:00
1

Passwort beim betroffenen Dienst ändern

Sofort. Direkt auf der echten Webseite des Dienstes (selbst eintippen, nicht über Mail-Links!). Neues, langes Passwort wählen.

Min 0–2
2

Überall, wo du dasselbe Passwort benutzt hast: auch ändern

Angreifer probieren geleakte Passwörter automatisch bei hunderten anderen Diensten aus („Credential Stuffing"). E-Mail-Konto zuerst, es ist der Generalschlüssel zu allem.

Min 2–5
3

Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) einschalten

Damit reicht ein gestohlenes Passwort allein nicht mehr aus. Gibt's in fast jedem Konto unter „Sicherheit". 5 Minuten Aufwand, riesiger Effekt.

Min 5–7
4

Aktive Sitzungen / Geräte abmelden

In den Kontoeinstellungen: „Alle Geräte abmelden". So fliegt jeder raus, der sich schon eingeloggt hat.

Min 7–8
5

Prüfen, was sonst noch betroffen ist

Auf haveibeenpwned.com deine E-Mail eingeben, kostenlos und seriös. Zeigt dir, in welchen Lecks du auftauchst.

Min 8–10
6

Danach: Passwort-Manager einrichten

Damit hat ab jetzt jeder Dienst ein eigenes, starkes Passwort, und ein einzelnes Leck ist nur noch ein Schulterzucken statt einer Katastrophe.

heute noch
✅ Stark! Genau in dieser Reihenfolge machst du es im Ernstfall. Das E-Mail-Konto zuerst zu sichern ist der wichtigste Einzelschritt.

Brute-Force: Tausende Passwörter pro Minute

Ein Angreifer „rät" nicht von Hand: Eine Software probiert riesige Listen geklauter und beliebter Passwörter durch. Schau zu, wie das aussieht, und block es dann.

Versuche: 0  |  Geschwindigkeit: 0/min
angreifer-maschine
[Bereit]
Wieso funktioniert das? Weil Millionen Menschen Passwörter wie „123456" oder „passwort1" benutzen, und weil viele Logins beliebig viele Versuche erlauben.
🛡 So blockst du das: 1) Login-Sperre nach Fehlversuchen (Rate-Limiting): macht den Angriff, wie eben gesehen, praktisch sinnlos. 2) Lange Passwörter: Vier zufällige Wörter („KaktusRegenLampeTiger") sind stärker als „P@ssw0rt!". 3) 2FA: Selbst das richtige Passwort reicht dann nicht. 4) Wenn du eine Webseite betreibst: Standard-Benutzernamen wie „admin" abschaffen.

Smishing: Finde die 5 Warnsignale in dieser SMS

Phishing per SMS („Smishing") ist aktuell die häufigste Betrugsmasche überhaupt, die Paket-Trick-SMS kennt fast jeder. Tippe auf alles, was dir verdächtig vorkommt.

Gefunden: 0 / 5
09:47📶 5G  🔋 82%
📦
+44 7911 02394
Heute, 09:46
DHL: Ihr Paket Nr. 8829 wartet im Verteilzentrum. Zollgebühr von 1,99 EUR ausstehend. Zahlen Sie innerhalb von 12 Std, sonst geht das Paket zurück:

https://dhl-paket-zoll.info-track24.xyz/de

Geben Sie zur Verifizierung Ihre Kartendaten ein.
SMS · jetzt
🎉 Alle 5 gefunden! Goldene Regel: Nie auf Links in unerwarteten SMS tippen. Sendung prüfen? App oder Webseite des Paketdienstes selbst öffnen und die Nummer dort eingeben.

„Gratis-WLAN" im Café: Wer liest mit?

Bei einem Man-in-the-Middle-Angriff hängt sich jemand zwischen dich und das Internet, z. B. mit einem gefälschten Hotspot, der „Cafe_Gratis_WLAN" heißt. Schau zu, was er sieht.

📱Du
🕵️Fake-Hotspot
„Cafe_Gratis_WLAN"
🌐Internet
[Bereit. Starte die Simulation und verbinde dich mit dem „Gratis-WLAN".]
Was passiert hier? Ein Angreifer braucht dafür nur einen Laptop und 10 Minuten. Der gefälschte Hotspot sieht für dein Handy aus wie jedes andere WLAN.
🛡 So schützt du dich im öffentlichen WLAN: 1) Auf das Schloss achten: HTTPS (🔒 in der Adresszeile) verschlüsselt deine Daten, der Angreifer sieht nur Datensalat. Heute zum Glück fast überall Standard. 2) Warnungen ernst nehmen: Meldet der Browser „Verbindung nicht sicher": sofort abbrechen, genau so sehen MITM-Angriffe aus. 3) VPN nutzen, wenn du oft in fremden Netzen bist. Ein VPN verschlüsselt alles, auch was HTTPS nicht abdeckt. 4) Sensibles verschieben: Banking lieber über Mobilfunk (5G/LTE) statt Café-WLAN. 5) WLAN-Automatik aus: Handy nicht automatisch mit offenen Netzen verbinden lassen.

Bekannte Bots Wer klopft da eigentlich an?

Jeder Server im Internet wird täglich hunderte Male von automatischen Scannern besucht. Manche sind harmlos, manche legitime Forschung, und manche suchen die offene Tür. Hier die üblichen Verdächtigen:

🔭 Shodan Suchmaschine

Die „Google-Suche für Geräte": katalogisiert alles, was am Internet hängt: Webcams, Router, Datenbanken. Hackt nichts selbst, aber macht Verwundbares auffindbar.

census*.shodan.io → Port-Scan: 80, 443, 22, 3389, 8080…

Will: wissen, was du betreibst. Gefahr: andere finden dich darüber.

Masscan / ZMap Werkzeug

Scannt das komplette Internet in unter einer Stunde. Wird von Forschern UND Angreifern genutzt, als erster Schritt: „Wo ist überhaupt etwas erreichbar?"

SYN-Pakete an Millionen IPs gleichzeitig · extrem schnell, keine Tarnung

Will: offene Ports finden. Gefahr: liefert die Zielliste für echte Angriffe.

🕷 WordPress-Scanner Angreifer

Klopfen Millionen Seiten nach veralteten WordPress-Installationen und unsicheren Plugins ab. Der häufigste Angriff auf kleine Webseiten überhaupt.

GET /wp-login.php · /wp-admin/ · /xmlrpc.php · /wp-content/plugins/…

Will: deine Seite übernehmen (Spam, Schadcode). Schutz: Updates + Login-Schutz.

🔑 Credential-Stuffing-Bots Angreifer

Probieren geleakte E-Mail/Passwort-Kombinationen aus alten Datenlecks bei tausenden Diensten aus. Darum ist Passwort-Recycling so gefährlich.

POST /login · 50.000 Logins/h, wechselnde IPs, geklaute Passwort-Listen

Will: in deine Konten. Schutz: einzigartige Passwörter + 2FA.

🗂 Secret-Hunter Angreifer

Suchen gezielt nach versehentlich veröffentlichten Geheimnissen: Konfigurationsdateien, Backups, Datenbank-Zugänge. Eine vergessene Datei = Volltreffer.

GET /.env · /.git/config · /backup.zip · /config.php.bak · /.aws/credentials

Will: Passwörter & Schlüssel. Schutz: solche Dateien nie im Webordner ablegen.

🤝 Die Guten: Google & Co. Harmlos

Googlebot, Bingbot & Forschungs-Scanner (z.B. Censys, Shadowserver) sind legitim. Sie halten sich an Regeln (robots.txt) und melden teils sogar Schwachstellen an Betreiber.

User-Agent: Googlebot/2.1 · verifizierbar, höflich, drosselt sich selbst

Merke: Nicht jeder Bot ist böse, aber Angreifer-Bots tarnen sich gern als die Guten.

Wie schnell knackt ein Bot dein Passwort? läuft nur in deinem Browser

Tippe ein Passwort ein (am besten nicht dein echtes, sondern eins, das so ähnlich aufgebaut ist). Es wird nirgendwohin gesendet, alles passiert lokal auf deinem Gerät.

Bewertung:
-
Knackzeit (Offline-Angriff, 10 Mrd. Versuche/s):
-
Tipp: Länge schlägt Komplexität. Vier zufällige Wörter wie „KaktusRegenLampeTiger" sind leichter zu merken und stärker als „P@ssw0rt!".

🚨 Es ist zu spät. Was jetzt?

Erst durchatmen. Die meisten Vorfälle lassen sich eindämmen, wenn du jetzt strukturiert vorgehst. Wähle dein Szenario:

1

Passwort ändern, sofort

Kommst du noch rein: Passwort ändern + alle Geräte abmelden. Kommst du nicht mehr rein: „Konto wiederherstellen"-Funktion des Anbieters nutzen.

2

Weiterleitungen & Filter prüfen

Angreifer richten oft heimliche Weiterleitungen ein, um weiter mitzulesen. In den Mail-Einstellungen alles Fremde löschen.

3

2FA aktivieren

Damit ist das Konto ab jetzt auch mit gestohlenem Passwort nicht mehr zu übernehmen.

4

Verknüpfte Konten sichern

Dein E-Mail-Konto ist der Schlüssel zu allem („Passwort vergessen"). Wichtige Konten (Bank, Amazon, Social Media) prüfen und Passwörter erneuern.

5

Kontakte warnen

Kurze Nachricht an Freunde/Kollegen: „Mein Konto war gekapert, klickt nichts aus Mails von mir von gestern/heute."

1

Karte/Konto sperren: ☎ 116 116

Der zentrale Sperr-Notruf in Deutschland, rund um die Uhr, kostenlos. Alternativ direkt die Bank anrufen.

2

Bank informieren & Buchungen reklamieren

Nicht autorisierte Abbuchungen kann die Bank oft zurückholen: Je schneller du meldest, desto besser deine Chancen.

3

Online-Banking-Passwort ändern

Von einem sauberen Gerät aus, falls dein Rechner betroffen sein könnte.

4

Anzeige bei der Polizei erstatten

Online über die Onlinewache deines Bundeslandes oder vor Ort. Wichtig für die Erstattung durch die Bank! Beweise sichern: Screenshots der Mail, der Webseite, der Buchungen.

5

Kontoauszüge die nächsten Wochen beobachten

Betrüger testen oft erst mit Kleinstbeträgen, bevor sie zuschlagen.

1

Gerät vom Netz trennen

WLAN aus, Netzwerkkabel ziehen. Das stoppt die Ausbreitung auf andere Geräte und Cloud-Speicher. Gerät nicht sofort ausschalten, erst trennen.

2

Nicht zahlen, nichts anklicken

Lösegeld zahlen garantiert nichts und finanziert die Täter. Auf nomoreransom.org gibt es kostenlose Entschlüsselungs-Tools für viele Erpresser-Trojaner.

3

Erpresser-Meldung fotografieren

Mit dem Handy. Der Name des Trojaners hilft Profis bei der Rettung und der Polizei bei der Anzeige.

4

Von sauberem Gerät: Passwörter ändern

Alles, was auf dem infizierten Gerät gespeichert oder eingegeben wurde, gilt als kompromittiert.

5

System neu aufsetzen, Backup einspielen

Eine „Reinigung" ist unzuverlässig, neu installieren ist der einzig sichere Weg. Deshalb: Backups sind deine Lebensversicherung. Am besten eine externe Festplatte, die nicht ständig angeschlossen ist.

1

Seite in den Wartungsmodus / offline nehmen

Schützt deine Besucher (die Seite verteilt evtl. Schadcode) und deinen Ruf. Beim Hoster geht das meist mit einem Klick.

2

Alle Passwörter ändern

Hosting-Zugang, FTP, Datenbank, Admin-Konto: alles. Von einem sauberen Rechner aus.

3

Hoster kontaktieren

Gute Hoster haben Erfahrung mit gehackten Seiten, Logs und oft automatische Backups von vor dem Angriff.

4

Sauberes Backup einspielen + ALLES updaten

Backup von vor dem Hack wiederherstellen, dann sofort System, Themes und Plugins aktualisieren, sonst kommt der Angreifer durch dieselbe Tür wieder rein.

5

Bei Google entwarnen

Falls die Seite als „gefährlich" markiert wurde: in der Google Search Console eine Überprüfung beantragen.

⭐ Die goldene Regel für jeden Notfall: Panik ist der beste Freund des Angreifers. Handle schnell, aber der Reihe nach, und hol dir Hilfe: Die BSI-Hotline für Bürger (0800 274 1000) berät kostenlos.